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Hilfe annehmen – warum es uns ab 50 oft schwerer fällt

  • Autorenbild: Anita Glombik
    Anita Glombik
  • 7. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

 

Es gibt Themen, die wir selten offen aussprechen und die uns dennoch tief bewegen. Eines davon ist die Frage, wie selbstverständlich wir Hilfe annehmen können. Besonders bei Menschen über 50 beobachte ich immer wieder eine bemerkenswerte Dynamik: Je größer die Erfahrung, desto stärker der Anspruch, alles allein schaffen zu müssen.



Bild von Mohamed Hassan auf Pixaby


Dabei hat niemand uns verboten, Unterstützung zuzulassen. Und doch spüren viele eine innere Barriere, wenn es um Hilfe geht – sei es im Beruf, im Privatleben oder in Übergangsphasen, die uns ohnehin herausfordern.


Warum wir lieber stark wirken als verbunden


Viele von uns sind geprägt von Jahrzehnten voller Verantwortung. Wir haben getragen, organisiert, gehalten, geführt. Stärke war lange ein Selbstverständnis und manchmal auch ein Schutz. Doch genau diese Prägung kann zur Last werden, wenn wir in Situationen geraten, die nicht allein zu bewältigen sind.

Im Kern geht es seltener um fehlende Bereitschaft, sondern um alte Überzeugungen: Erwartungen an uns selbst, Rollenbilder aus früheren Jahren oder die Sorge, jemandem zur Last zu fallen.


Typische innere Blockaden lassen sich auf drei Sätze reduzieren:


  • „Ich muss das alleine schaffen.“

  • „Wenn ich Hilfe brauche, wirke ich schwach.“

  • „Andere haben genug zu tun, ich möchte niemandem zur Last fallen.“

Diese Sätze sind verständlich. Aber sie sind nicht hilfreich. Und sie entsprechen nicht mehr dem Leben, das wir heute führen wollen.


Hilfe annehmen ist ein Beziehungsthema


Was viele überrascht: Hilfe annehmen hat weniger mit Schwäche zu tun, als mit Vertrauen. Wer Unterstützung zulässt, sagt nicht: Ich kann nicht mehr.

Sondern: Ich darf mich ein Stück weit tragen lassen.

In der Praxis führt das oft zu mehr Nähe, weniger Stress und einer deutlich spürbaren Erleichterung. Beziehungen – beruflich wie privat – werden stabiler, wenn wir nicht nur geben, sondern auch empfangen.

Und manchmal braucht es nur einen kleinen Moment der Entspannung: ein Lächeln, ein offener Satz, ein ehrlicher Moment. Plötzlich entsteht Raum. Plötzlich wird aus Pflichtgefühl Leichtigkeit.


Was diese Fähigkeit im beruflichen Kontext verändert


Gerade im Arbeitsleben kann das Zulassen von Unterstützung ein Wendepunkt sein. Teams funktionieren besser, wenn Aufgaben geteilt werden. Führung gelingt souveräner, wenn Delegation nicht als Verlust empfunden wird. Und persönliche Entwicklung wird möglich, wenn wir uns erlauben, aus Mustern auszusteigen, die nicht mehr dienen.

Hilfe annehmen zu können bedeutet nicht, die eigene Kompetenz zu verlieren. Es bedeutet, klug mit der eigenen Energie umzugehen.


Gemeinsam stärker – auch in der Community


In der Community „Karriere 55+“ sprechen wir mitunter darüber, wie wichtig es ist, Unterstützung anzunehmen und wie viel leichter das Leben wird, wenn wir den Anspruch auf Perfektion loslassen. Genau hier entsteht Verbindung: in ehrlichen Gesprächen, gegenseitiger Stärkung und dem Mut, nicht alles allein zu tragen.

 
 
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